„And now…“

Lieder, dass wissen wir alle, können mehr Erinnerungen, Gefühle und Träume beinhalten, als ganze Fotoalben je fassen könnten. Darum wohl auch dieser immer wiederkehrende, plötzliche Stimmungsumschwung, wenn man alte oder länger nicht mehr gehörte Lieder plötzlich wieder zu Ohren bekommt. Ob diese Umschwünge jetzt vom Negativen ins Positive oder vom Fröhlich-, Heiter-, Unbeschwerten ins Melancholische sind, ist dabei völlig unwichtig.

Doch man erinnert sich. Und erinnern kann man sich nur an vergangene Dinge. An Dinge, die mehr oder weniger abgeschlossen sind. Ob es nun schlechte Momente waren, die einen traurig stimmen, oder gute Momente, die einen beim Erinnern und Begreifen, dass sie jetzt vorbei sind traurig stimmen; letztendlich kommt doch genau dasselbe dabei raus…

In jedem Satz, jeder Zeile, jeder Strophe, jeder Stimme, jeder Note, jedem Luftschnappen oder sogar jedem Quietschen, das passiert, wenn man über die Saiten der Gitarre fährt, erkennt man etwas wieder. Es schießen Bilder in den Kopf, Berührungen und Sinneswahrnehmungen. Vielleicht flammt ein altes Bauchkribbeln auf, oder alter, nie ganz erloschener Ärger. Aber meistens sind es doch Liebeleien, Schwärmereien, wie auch immer man vergangene, mit Liebe vergleichbare Gefühle nennen möchte, die man mit Liedern verbindet.

Dann denkt man sich immer wieder ‚Warum habe ich nicht das oder das oder das getan. Das hätte alles verändert…‘ Man wünscht sich, man hätte Sachen aus sich herausbringen können wie „I feel you in my heart“, oder hätte den Mut gehabt es zu schreiben. Und dann wiederum redet man es sich auf’s Neue schön. ‚Hey, das hätte sowieso nie geklappt. Was würden denn die Leute denken. Zum Glück hast du es nicht probiert…‘ Das typische Verdrängen von eigentlich Gutem, das man (leider) allzu gut beherrscht.

Und in jedem weiteren Jahr das vergeht, ist in einem die Stimme, die immernoch schreit „I feel the need to lay down, beside you and tell you: I feel you in my heart…“

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2 Antworten zu “„And now…“

  1. Und irgendwie brennt sich der Refrain dann innerhalb von Sekunden in den eigenen Kopf.

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