Frühlingsfunde.

Ich wurde gefragt, was den Frühling für mich perfekt macht. Und ich habe geantwortet. An dieser Stelle Danke. (Nicht nur für den Gedankenanstoß.)

(via meanderingsoul)

Der Frühling, der ist eigentlich schon deshalb perfekt, weil er der Frühling ist. Aber diese vielen kleinen Dinge die den Frühling für mich Frühling werden lassen, finden sich überall. Etwa im ersten Sonnenstrahl, der sich seinen Weg durch die Wolken bahnt, im ersten Blümchen, dass am Straßenrand seinen Platz findet, und in meinem Kleiderschrank in Form einer Jeansjacke, der Ballerinas oder dem Kleid, das ich den ganzen Winter anstarrte ihm jedoch nicht den Auftritt mit einer dicken Wollstrumpfhose versauen wollte…

…und ich finde den Frühling im 1. März, im 1. April und im 1. Mai. Wenn ich morgens mit dem Gedanken aufwache ‚Hey, dich erwartet ein neuer Monat voller Wetterwechsel‘. Ich lerne im Frühling immer wieder neu zu genießen. Jeden Sonnenstrahl, jede Sonnenminute, jede Sonnenstunde. Weil ich weiß, sie zeigt wohl nicht lange am Stück ihr Gesicht, die Sonne. Von der einen auf die andere Sekunde könnte ein Windstoß kommen oder ein Regenschauer beginnen. (Natürlich, Regen ist etwas wunderbares. Aber wirklich angenehm wird er erst bei gewissen Temperaturen.) Das sich jährlich beweisende Aprilwetter…

…ich finde und spüre den Frühling ebenfalls im ersten Picknick mit liebgewonnenen Menschen. Im ersten Grillabend. Im ersten zaghaften Bienensummen, im ersten Lächeln eines Fremden und am liebsten im ersten ‚Über-die-Wiese-tollen-und-jemandem-in-die-Arme-fallen‘. Am liebsten doch der ersten frischen Frühlingsliebe. (Es beweist sich doch jedes Jahr auf’s Neue; um die „Frühlingsgefühle“ kommt man nicht drumherum.)…

…der Frühling ist mein persönlicher Start ins neue Jahr. Nicht etwa der 1.1. Was möchte ich mit einem Jahr, das verregnet, verschneit oder vereist beginnt? Was möchte ich mit einem Jahr, das mir im hellen nichts schöneres zu bieten hat als Silvesterdreck, Raketenreste und dreckige Sektgläser? Da hört sich ein 20. März schon schöner an…

…und es fällt mir zunehmend schwerer die Sommerkinder um mich herum zu verstehen. Sicher, der Sommer ist eine nette Jahreszeit. Es ist ständig warm, man isst Eis und geht ins Freibad. Aber die einzigen Höhepunkte sind die Sommergewitter und die Momente, in denen ich keine stinkenden Achseln vor’m Gesicht habe. (Diese Momente sind bei meiner Körperhöhe auch eher selten.)…

…doch die schönsten Frühlingsmomente sind die, in denen man träumt. In denen man sich in Liedern verliert. In denen man mit einem guten Buch in der Sonne sitzt aber doch noch diese Decke um die Schultern braucht. Oder in denen man wunschlos glücklich mit einem besonderen Menschen auf einer Parkbank sitzt, trotz dem geliehenen Pullover friert und das Sternezählen Hand in Hand aufgeben muss, weil es eben doch noch keine lauwarme Sommernacht ist. Und das ist auch gut so.

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Eine Antwort zu “Frühlingsfunde.

  1. Die letzten beiden Sätze … ich weiß nicht, aber ich mag sie. „Weil es eben doch noch keine lauwarme Sommernacht ist.“

    Schreibe weiter schöne Sachen.

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