Hoffentlich nie.

Was ist das eigentlich, dieses Erwachsenwerden? Was macht man da? Wie läuft das ab? Fragen, um die man wohl ab einem gewissen Alter nicht herum kommt. Ab diesem Alter, in dem man auf die kindischste Art und Weise versucht, so erwachsen wie möglich zu wirken. Weil man ja eh alles besser weiß, weil man ja eh schon einmal geküsst hat und weil man ja eh schon seine eigenen Absatzschuhe besitzt.

Ist es vielleicht, die Schule zu verfluchen, die Hausaufgaben nicht zu machen, oder einen riesigen Nervenkitzel beim Schwänzen zu haben? Ist es, beinahe monatlich den Musikgeschmack zu wechseln, aber doch immer wieder an ein und demselben hängenzubleiben? Ist es, auf eigentlich vollkommen verhassten Dorffesten doch irgendwie Spaß unter Gleichaltrigen haben? Ist es, mit dem Bier in der Hand die Polizisten anzulügen? Ist es, nach genau solchen Aktionen mit den Freunden blöd zu kichern? Ist es, Wein aus Dosen zu trinken, weil man für die Flaschen eh nie genug Geld hat? Ist es, auf kindische Sachen zu stehen, aber sich dafür zu schämen? Ist es, unbeholfen auf Hügel zu stapfen, sich oben angekommen den Frust aus der Seele schreien zu wollen, sich dann aber doch zu cool dafür zu fühlen? Ist es, zu küssen, ohne eigentlich zu lieben? Weil man eben noch nicht weiß was Liebe ist. Weil man an dieser Frage ja doch wieder verzweifelt. Ist es, mit der besten Freundin immer wieder aufs Neue über dieselben Dinge zu lachen? Ist es, Fehler zu begehen, aber doch nicht daraus zu lernen? Ist es, Freundschaften zu schließen und Freundschaften sterben zu sehen? Ist es, von Beziehung in Beziehung zu rutschen, oder doch, keine zu haben? Ist es, jede Woche eine Diät zu beginnen? Ist es, zu wissen(!), dass man die hässlichste Person auf Erden ist? Ist es, seine Eltern anzulügen, um bis zum Morgengrauen mit fremden Ausweisen durch die Bars zu ziehen? Ist es, mit Freunden auf einer Wiese zu liegen und über die letzte Party, den letzten Skandal oder über das kommende Wochenende zu diskutieren? Ist es, sich hinweg zu träumen, in andere Welten, in andere Zeiten? Ist es, abzuhauen, aber nach einer halben Stunde wieder zurück kommen? Ist es, auf die Weltreise hinzufiebern, die man ja doch nicht machen wird? Ist es, sein Zimmer mit Postern zu tapezieren? Ist es, sowieso mit nichts zufrieden zu sein, weil alles so(!) unfair ist? …

Oder ist das alles hier erst die Jugend in ihrer vollen Blüte?

Wann ist man erwachsen? Wenn man 18 ist, wenn man ausgezogen ist, wenn man einen Job hat, einen Führerschein, ein Auto, ein Haus?

Ich verliere mich in Beschreibungen, was ich durchmache, was in meinem Kopf herumschwirrt und in den unzähligen Fragen, die ich mir stelle. Nicht nur übers Erwachsenwerden. Und ich komme zu dem Schluss, dass ich es nicht jetzt, nicht heute Nacht, nicht morgen früh, nicht nächste Woche und auch nicht in einem Jahr herausfinden werde. Wann werde ich merken, dass ich erwachsen bin? Wann werde ich merken was es ist? Hoffentlich nie. Hoffentlich bin ich nie erwachsen genug um sagen zu können: „Jetzt ist es soweit.“

(via meanderingsoul)

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