3 Bettdecken und kein Du.

Es ist wieder kalt. So kalt, das ich beim Schlafen mehr als nur dich bräuchte, um der Gänsehaut entgegenzuwirken. Ich liege unter den vielen aufgedruckten Blumen, die sich ungleichmäßig auf den 3 Bettdecken verteilen. Und während ich so daliege, in meiner Höhle aus Stoff und Daunen, und den wenigen, aber beruhigenden Geräuschen der Straße lausche, fällt mir auf, das etwas fehlt. Neben mir. Jemand, der die Decke mit den großen, roten Klatschmohnaufdrucken für sich beansprucht. Du.

„Du fehlst.“ Dieser kurze, und doch so schwerwiegende Satz ist die letzte Zeit häufiger gefallen, als mir gut tut. Ich bringe ihn immer wieder über die Lippen und weiß doch nicht, wie ich es ändern kann. Ich weiß, es aufzuschreiben bringt dich keinen geographischen Meter näher. Auf der philosophischen Ebene jedoch, kann ich deinen Atem spüren. Und das tut gut. Tröstet über die Kissen hinweg, die nicht mehr nach dir riechen, deine Zahnbürste, die im Bad fehlt, die Bartstoppeln, die beim Küssen immer so angenehm gekitzelt haben.

Aber die Welt dreht sich weiter, und ich drehe mich weiter. Im Kreis. Die Gedanken richtung Norden.

So lange, bis mir schwindelig wird und Du mich auffängst.

passengerseats:  adjectival:by ardenwray

                                                                                                                                             (Bild via)

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Eine Antwort zu “3 Bettdecken und kein Du.

  1. mir kamen die tränen.
    dieser text ist unglaublich toll.
    danke.

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