Ich schrie in die Spätsommernacht

Er schnauft noch. Liegt verschwitzt neben mir. Er stinkt. Was Er tut stinkt. Alles stinkt.

 

Es fing an kurz nach meinem 14. Geburtstag. Mit zarten Berührungen. Mit einem überheblichen Lächeln. Mit geflüsterten Bemerkungen. Wenn ich aus dem Bad kam sah er mich an mit diesem Blick. Wenn ich vor ihm lief spürte ich seine gierigen Augen. Sie umgarnten meinen Körper. Meine ersten Kurven. Nahmen mir mein Selbstbewusstsein. Meine Freude an der Jugend.

Sie schaute er nicht an. Sie schaute weg.

Sie war nicht da als Er kam. Nur wir beide. Er und ich. Mehr Er als ich.

Ich wehrte mich nicht. Er hatte mich schon. Hat mich mit seinen Blicken ruiniert.

Sein Knie. Seine Hände. Sein Atem, schwer vom Alkohol. Sein gieriger Blick. Sein ekelhaftes Grunzen. Sein Gewicht auf mir. Es schnürte mir die Luft ab. Ich schrie in die Spätsommernacht.

 

Es ist Winter. Er geht aus dem Zimmer. Ich stinke nach ihm. Das Bettlaken hat Er befleckt.

Mama wird es waschen und nicht hinsehen.

 

Sie sagen das Kind kommt im Mai.

Advertisements

Eine Antwort zu “Ich schrie in die Spätsommernacht

  1. Erst hab ich es gar nicht richtig verstanden, aber dann nur noch „omg“ gedacht.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s