…dich lachen, mich schreien und uns leben.

Du sitzt noch gebeugt auf dem weichen Boden, hälst dir deinen Fuß, über den du eben ungeschickt gestolpert bist, du atmest schwer, aber du lachst. Ich liege dicht neben dir im hohen Gras, schmunzelnd, mustere deinen Rücken und gönne dir das Missgeschick ein bisschen. Du musstest mich ja unbedingt über die Schulter werfen und durch dieses Rapsfeld rennen. Der leichte Schwindel lässt nach und ich hebe meine Hand, fahre dir durchs glitzernde Haar, ein paar gelbe Blüten rieseln heraus. Du drehst dich um, schenkst mir ein Lächeln das die Welt retten könnte und legst dich zu mir. Inmitten einer Höhle aus grünen Rapsstängeln liegen wir, deine Hand auf meinem Bauch, meine im weichen Gras unter uns, mit ein paar Halmen spielend. Ich drehe mich zu dir, liege auf der Seite und deine Finger wandern. Den steilen Berg meinen Arm hinauf, machen Rast auf meiner Schulter, um dann in das steile Tal meiner Taille zu gleiten, wieder meine Hüfte hinauf. Ich schließe die Augen und genieße die sonnengeschwängerte Luft, als deine Hand unter mein Kleid fährt, unterstützt von einem leichten Windstoß. Unsere Nasen berühren sich fast und die Zeit schreit danach angehalten zu werden. Du gibst mir einen leichten Schubs an der Hüfte und ich liege wieder auf dem Rücken, atmen will ich nicht mehr, erst recht nicht als du nach meinem Kinn greifst, mir mein Kleid abstreifst und mir mit einem Kuss das Schwindelgefühl wieder gibst. Erst zart, leicht schwankend, dann heftig, mich in einen Rausch versetzt, als du plötzlich über mir liegst.

Ein paar Pflanzen mehr sind eingeknickt, die alte Blütenpracht hat sich wieder in unser Haar gewagt und keuchend liegen wir nebeneinander, deine Hand liegt vertraut auf meiner Brust, dein Daumen dreht zärtliche Runden, du flüsterst mir Geständnisse zu, die ich niemals hören wollte und doch bin ich süchtig nach ihnen, aus deinem Mund. Du lächelst wieder, und noch bevor ich die Hinterlist daraus erkennen kann, nutzt du meine Schwäche, kitzelst mich und ich finde mich über deiner Schulter wieder, von wo ich deine rennenden Füße und gelbe Blüten unter mir vorbeirauschen erkenne. Und wie aus der Ferne höre ich dich lachen, mich schreien und uns leben!

 

(photo by Tamara Lichtenstein)

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Eine Antwort zu “…dich lachen, mich schreien und uns leben.

  1. mag ich mag ich mag ich sehr.

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